Leichtmetallmarion dimbath (ex-merricks) und ihre partnerin nicola schüpferling kommen beide aus münchen und wenn man ihr album hört, wird man zunächst sicherlich überrascht sein. allem voran sticht in dieser hinsicht der ungewöhnliche einsatz des glockenspiels hervor, das zu großen teilen melodie- und stimmungsgebend ist und einem in dieser maßgeblichen rolle nicht wirklich vertraut ist.
die songs von leichtmetall kreisen insgesamt und stark gerafft wiedergegeben um die alltäglichen auf und abs des lebens, ohne dabei plakativ sein zu wollen. die art, wie sie interpretiert werden und rein textlich gestaltet sind, erinnert dabei entfernt an die eher literarisch-, chanson-geprägten releases des belgischen labels "les disques du crepuscule", aber vor allem an chanson der 30er jahre. jedoch reicht dieser vergleich nur mehr als annäherung.
gepaart mit dem in sich gegebenen klang des glockenspieles, geht von dem gesang scheinbar eine gewisse unterkühltheit aus, die jedoch weit mehr ein bewusstes stilmittel ist, denn tatsächliche gefühlslosigkeit in bezug auf die vorgetragenen inhalte. die souveränität, mit der dieses stilmittel von leichtmetall verwendet wird, ja, auch die konsequenz, mit der hier auf diese weise und auch im gesamten betrachtet eine sehr eigenwillige musikalische idee formuliert und umgesetzt wird, zeigt, dass sich die musik von leichtmetall ganz klar abseits der derzeitigen entwicklung elektronischer musik positioniert.
vielmehr beweist/zeigt leichtmetall, wie derzeit wenige, dass es immer noch genügend alternative wege gibt, menschen ohne effekthascherei,oberflächlichkeit und soundtüftelei mit musik zu bewegen und dabei gleichzeitig der allgemeinen musikalischen entwicklung einen neuen aspekt hinzuzufügen.
|