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Aus einem popfakes-Vorstellinterview mit den netten Leuten aus dem röda in Steyr:
was ist popfakes? popfakes ist eine Künstlervermittlung, eine, wenn man so will, Bookingagentur. Das heißt, popfakes vermittelt zwischen Veranstalter und Band und hilft also den Bands, Konzerte zu kriegen. Und weil alle popfakes-Acts auf einem ziemlich hohen Qualitäts- und vor allem Intelligenzlevel agieren, ist popfakes jetzt mittlerweile schon ein bissl ein Markenname geworden - Veranstalter wie Publikum wissen mittlerweile, dass das gutes Zeug ist, worum's hier geht.
Wie wählst Du Deine Acts eigentlich aus? Wie gesagt - Intelligenz spielt eine große Rolle. Die Leute mit denen ich arbeite, sind alle ziemlich schlau und wissen ziemlich gut über Musik bescheid und kennen alles von Beethoven bis Zappa, von Stockhausen bis Squarepusher, gehen also alle von einem ähnlichen Pool an Vorwissen aus. Und daraus zieht dann jeder seine eigenen Schlüsse, beschreitet seine eigenen musikalischen Wege. Das geht dann ungemein in die Breite und kann von der Minimalelektronik bis zum durchgeknallten Art-Rock reichen, und was weiß ich was alles dazwischen. Natürlich hat sich mittlerweile auch ein Pulk an Leuten gebildet, mit denen ich immer wieder, seit Jahren schon, zusammenarbeite. Die entwickeln auch ständig neue Musikprojekte, die dann meistens quasi automatisch auch bei mir landen. Und wenn neue Acts auf mich zukommen geh ich immer ziemlich vom Gefühl aus. Gefällt mir das? Sind mir die Leute sympathisch? Wissen die, was sie tun? So ungefähr halt. Wichtig ist, dass mir jeder Act wirklich 100 % gefallen muss, sonst machts keinen Sinn.
Verdienst Du damit eigentlich Geld? Naja, leben könnt ich von dem nicht. Ich krieg halt einen kleinen Anteil an den Gagen, aber viel ist das nicht. Ich mach ja auch keine Exklusivverträge oder so. Jeder Act kann neben mir natürlich auch noch Konzerte buchen, soviel er will. Und hie und da kommts auch vor, dass ich um meinen Anteil beschissen werde. Das find ich dann recht komisch, weil ich den Acts eigentlich immer vertraue und es schon ein bissl ein Schock ist, wenn dieses Vertrauen missbraucht wird. Aber das passiert halt manchmal.
Wie bist Du überhaupt auf die Idee gekommen, sowas wie popfakes zu machen? Ich war vor popfakes schon ein paar Jahre in einem Kulturverein, im Raum Kirchdorf/Micheldorf und hab außerdem ein paar Jahre einen Online-Plattenshop gemacht, und hab so einen recht umfassenden Einblick in die Musikszene gekriegt. Es läuft ja so ab, zumindest bei den kleineren Acts: Man macht eine CD, investiert ordentlich Zeit und Geld. Und dann verkauft man, wenns viel sind, vielleicht 200 Stück und erreicht damit halt auch nur 200 Leute, oder vielleicht halt ein bissl mehr. Bei Konzerten hingegen erreicht man viel mehr. Auf einem durchschnittlichen Konzert sind, na ich sag mal 60-80 Leute, wenn man das ein paarmal macht hat man schnell ein vielfaches der 200 CD-Käufer erreicht. Und auch geldmäßig zahlen sich Konzerte für die Acts viel mehr aus als CDs. Trotzdem gibt’s relativ viele Plattenlabels, die auch den kleineren Acts halt beim Plattenmachen und -verkaufen helfen, aber keine Bookingagenturen, die beim Vermitteln von Konzerten helfen. Beim Konzerte auftreiben sind die kleineren Acts fast alle Einzelkämpfer.
Das war so der Ausgangspunkt. Und mit der Zeit hat sich dann daraus eben die Idee ergeben, eine Bookingagentur zu machen, die aber ihre Acts wie ein Label, also aufgrund inhaltlich-ästhetischer Kriterien, auswählt.
Und woher stammt der Name? Der ist mir irgendwann auf der Straße in Budapest eingefallen. Ich hatte schon recht lange rumüberlegt, wie ichs denn nun nennen könnte und bin nicht so recht auf was gekommen. Und plötzlich war der Name dann da. Ich hab mich damals ziemlich mit Poptheorie und so Sachen befasst, und wollte damit ausdrücken, dass es hier zwar um Pop geht, aber um eine ziemlich reflektierte, manchmal auch sperrige Variante davon, was dem Konsum- und 'Hier-und-Jetzt'-Anspruch von handelsüblicher Popmusik vielleicht ein bissl widerspricht. Daher das "fakes" als Relativierung von Pop. Naja, ungefähr so.
Wieviele Konzerte vermittelst Du so pro Jahr? Und mit wievielen verschiedenen Künstlern hast Du schon gearbeitet? Im Durchschnitt so um die 50 Konzerte pro Jahr. Heuer werden's mehr sein, weils heuer irgendwie super läuft. Und bei den Künstlern, puh, schwer zu sagen. Es gibt Leute, mit denen arbeit ich von Anfang an, immer schon. Und dann gibt’s Leute, für die mach ich halt ein oder zwei Konzerte. Das sind dann meistens ausländische Bands, die halt auf Tour sind und auch ein paar Gigs in Österreich spielen wollen. Ich schätz so 50-60 Acts über die letzten 4 oder 5 Jahre.
Was ist Dein Lieblingssong? Das sind zwei: - "Time Of My Life" vom Dirty Dancing-Soundtrack - "Tagesoptionen" von der ersten Stichprobe-CD "Beziehungswaise" Wie bitte? Time of My Life? Ja, das ist eine tolle Nummer. Gib's zu, Dir gefällt sie auch.
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Ein schöner Infotext:
popfakes ist eine Marke, ein Label. Kein Plattenlabel, wie man es sonst in der Musikbranche kennt, sondern ein Veranstaltungs-, ein Konzertlabel.
popfakes ist Plattform, Netzwerk, Sprungbrett; professionelles Management ohne Seminarhotelgeruch und Knebelverträge.
popfakes hat keinen festlegbaren Stil. popfakes können exaltierte Elektrorocker und lässige Partypopper sein, aber auch eigenartige Jazzlärmer und nerdige Wohnzimmerbastler.
Was aber allen popfakes-Bands gemein ist, ist dass sie sich ihren Stil selber suchen. Daher wird man bei popfakes selten das kriegen, was man erwartet. Außer Qualität natürlich.
popfakes-Konzerte können alles sein - nur nicht langweilig.
popfakes ist das Gegenteil vom Ohrenzuhalten. |